„Luna was here.“ Das sagten wir immer, wenn unsere Bärin gefühlt jeden Baum, Grashalm und Stein markierte. Es interessierte sie herzlich wenig, dass sie kein Rüde, sondern eine hübsche Lady ist. Hübsch blieb sie bis zum Schluss. Eine Lady wurde sie nie – eher eine Rockerbraut, die gern die Lederjacke anzog, die Ärmel hochkrempelte und die Hunde der Umgebung aufmischte.
Luna was here und hinterließ keine Lücke, sondern einen Krater, der uns zu verschlingen droht. Seit einem Tag ist sie nicht mehr da – und sie fehlt. Kein morgendliches Fiepen mehr als Morgengruß. Kein ungeduldiges Warten darauf, dass Frauchen endlich den PC ausschaltet und mit Luna in den Wald geht. Ja, der Alltag hatte uns oft fest im Griff. Heute wünsche ich mir, ich hätte mehr Zeit für unsere Bärin gehabt – und nicht für die Arbeit.
Luna war immer da. 24/7 begleitete sie mich durch mein Leben. Sie hatte nicht nur einen Platz. Ihr gehörte die Wohnung und der Garten sowieso. Alles wurde annektiert, sobald es auf dem Boden lag: Herrchens Käsesocken, der Brotkrümel, der leere Joghurtbecher.
Sie lag immer maximal im Weg. Haben wir gelernt, dass wir nicht über sie steigen sollen? Natürlich – und wir taten es trotzdem, weil wir sie nicht hochjagen wollten.
Luna zeigte uns unsere Grenzen, tröstete uns, brachte uns zum Lachen und trieb uns in den Wahnsinn – ein schöner Wahnsinn, denn wir lernten unsere Schwächen kennen und ihre Stärken.
Draußen war sie ein kleines Kind, zuhause ein manchmal missmutig dreinschauender Vierbeiner, der am liebsten in den Kühlschrank gezogen wäre – vor allem im Sommer und an Schnitzeltagen. Egal, wie leise wir den Kühlschrank öffneten; egal, wie tief sie schlief: War der Kühlschrank offen, stand sie in der Zimmertür und schaute mich mit großen Augen an. Ja, ich war das schwache Glied im Rudel, weshalb ich ihren grenzenlosen Schutz genoss. Sie war meine Freundin, Begleiterin, Beschützerin, Trösterin, mein Leben.
Luna was here stimmt nicht. Luna wird für immer hier sein: in unseren Erinnerungen und den Bildern. Mit ihr ging ein großer Teil unseres Herzens. Geblieben ist die Trauer, der Schmerz und die Schuld. Hätten wir sehen müssen, dass sie leidet? Wäre ihr Leid erspart geblieben, wenn wir von ihrer Krankheit gewusst hätten, oder war es vielmehr ein tröstlicher Aufschub eines Abschieds, der unabänderlich war? Wer sich für einen Hund oder einfach ein Haustier entscheidet, entscheidet sich auch für diesen Dreiklang. Trauer, weil ein Gefährte ging. Schmerz, weil Operationen am offenen Herzen nun mal weh tun. Schuld, weil kein Haustier zeigen kann, was ihm weh tut oder fehlt.
24 Stunden ohne sie. 24 Stunden der Tränen, Erinnerungen und Fassungslosigkeit. 24 Stunden – der Anfang vom Rest unseres Lebens.
Wir waren da, als sie ging. Sie war nicht allein, sondern inmitten ihres Rudels. Das ist tröstlich. Untröstlich jedoch sind die Momente, in denen wir ihr Leiden sahen. Bilder, die durch den Kopf spuken und sich unwiderruflich in unserem Gedächtnis eingebrannt haben.
Luna is here – und das wird sie auch bleiben. Du fehlst uns, Bärin. Du verrückte Nudel mit dem Schalk eines Clowns und der Sturheit eines Esels.
Sehr bewegende Worte des Abschieds, die ich sehr gut nach und mitempfinden kann. So sind sie – unsere Hovis – immer den Schalk im Nacken, große selbstbewusste Persönlichkeiten, mit einer tiefen Liebe für ihr Rudel, einem wunderbaren Humor und Temperament!
Auch wir mussten bereits 1x unsere große Hoviliebe verabschieden. Aber irgendwann weicht die Trauer einem Lächeln, wenn man an sie zurück denkt.
Ich wünsche euch viel Kraft! Mach’s gut, Bärin.
Liebe Elke,
vielen lieben Dank für diese mitfühlenden Worte, die mir wieder die Tränen in die Augen getrieben haben. Drei Wochen ist sie nun nicht mehr da. Ich kann es noch immer nicht fassen. Sie fehlt überall und mit den Gedanken an sie kommen die Tränen. Ich glaube daran, dass es irgendwann besser wird. Aber im Moment… im Moment nicht.
Danke für diese Worte. Sie haben geholfen.
Liebe Grüße
Diana