„‚Phase hoher Bedrohung‘ – Dobrindt schlägt Alarm“ schleudert mir die WELT in mein schlaftrunkenes Hirn. Während ich mir hektisch den Angstschweiß von der Stirn wische, fieberhaft nach meinen Blutdrucktabletten suche, arbeitet mein Verstand den Prepper-Notfall-Plan ab. Kurz: Ich fühle mich wie in einem Kriegsfilm, in dem ich ein Statist bin.
Angst verkauft sich gut – nicht nur bei mir. Wenn unser Innenminister von einer Phase hoher Bedrohung spricht, mit Angriffen auf die heimische Infrastruktur droht und eine Infiltration ausländischer Agenten beschwört, schaltet mein Gehirn in den Gefahrenmodus. Dann schießt mein Adrenalin in die Höhe und verleiht mir Bärenkräfte, denn wenn seine Durchlaucht der Innenminister solch Horrorszenarien malerisch umsetzt, muss es ja stimmen.
Es ist gefährlich. Ich wusste es schon immer: Nicht nur Spionage, Sabotage und hybride Angriffe bedrohen mein Leben, auch Strolchi drei Häuser weiter möchte mir an den Kragen. Ich brauche Schutz. Dringend.
Aber jetzt brauche ich erst mal Schlaf. Nach dem Wechselbad der Gefühle zwischen Angst, Hoffnung und Verzweiflung bin ich so erschöpft, dass mich selbst der 3. Weltkrieg nicht mehr erschüttern könnte.
Schweißgebadet wache ich auf und blicke panisch um mich. Strom da? Check. Wasser vorhanden? Check. Verkehr läuft? Check. Puh, denke ich, Glück gehabt. Alles nur ein Traum. Oder doch nicht?