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Ich würde lügen, wenn ich mich als Hausfrau aus Leidenschaft bezeichne. Der mir Angetraute sieht in mir in diesem Punkt ohnehin einen Kamikaze auf Anfänger-Niveau. Ich hingegen arbeite am perfekten Verbrechen. Mein Faible dafür begann, als der mir Angetraute Santoku-Messer in den Haushalt integrierte. Er wolle mehr wie ein Küchenprofi arbeiten. Vermutlich hoffte er aber auch nur darauf, dass ich mir beim Tomatenschneiden versehentlich die Pulsadern aufschneide.

Nachdem ich jede meiner Fingerkuppen mit den überaus scharfen Messern bekannt gemacht hatte, reifte in einer düsteren Unwetternacht ein Plan heran: Ich würde meine Fingerabdrücke verändern und das perfekte Verbrechen begehen. Mit der Kohle hauen der mir Angetraute ab und machen uns in Mexiko ein schönes Leben. Ok, Mexiko eher nicht. Dort ist man schnell kopflos. Dann doch lieber die Azoren.

Jedenfalls reifte da dieser Plan in meinem wirren Kopf zu einem ausgeklügelten Verbrechen heran.

Schritt 1: Verschleiere deine Identität. Als eingefleischte Krimi-Tante weiß ich natürlich, dass die Fingerabdrücke eine der verräterischsten Spuren sind. Also verstärkte ich meine Küchenaktivitäten und säbelte mir regelmäßig meine Fingerkuppen weg. Das Ergebnis: Ich hatte keine Fingerabdrücke mehr. Mein Griff in den noch heißen Toaster rundete den Plan ab. Ok, das war nicht Teil des Plans, aber woher sollte ich wissen, dass man heiße Toaster besser nicht hochhebt?

Schritt 2: Haare. Bereits das kleinste Haar verrät die Identität. Das hat mir Jason Gideon in unzähligen schlaflosen Nächten beim Criminal-Minds-Serien-Binging verraten. Das erledigten die Wechseljahre für mich. Wo früher ein dichtes Blond mein alterndes Gesicht rahmte, schimmert hier und da die Kopfhaut durch, womit wir übrigens bei Schritt 3 wären: DNA. Ich persönlich glaube, aus keinem guten Genpool zu stammen, aber das ändert nichts daran, dass ich einen habe. Hier wurde es schwieriger. Dank meiner alternden Wechseljahres-Haut fühle ich mich täglich wie eine sich häutende Schlange – nur ohne neue Haut. Wahrscheinlich leben in meinem Kopfkissen ganze Milben-Kolonien dank der guten Ernährung. Gott sei Dank hatte Corona auch etwas Gutes: Ganzkörperkondome.

Jetzt fehlt mir nur noch der perfekte Plan: vielleicht in meinem nächsten Leben.