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Von der ewigen Sitzerei vor der Geißel der Menschheit bekam ich Rückenschmerzen. Nicht normale Rückenschmerzen. Vielmehr waren es Schmerzen, die sich den Ischias entlang bis in meine Füße schlichen und mir förmlich den letzten Nerv raubten. Ein Experte musste her. Obwohl ich die Weißkittel lieber von hinten als von vorn sehe, sprach ich bei einem von ihnen vor.

„Was fehlt Ihnen denn?“

Der Gott in Weiß sprach zu mir. Ehrfürchtig neigte ich mein Haupt, faltete die Hände in meinem Schoß und flüsterte:

„Ich weiß es nicht, oh Herr. Mit Ihrer göttlichen Gnade hoffe ich auf Erleuchtung.“

Ich bemerkte den kleinen Moment des Zögerns und grinste in mich rein. Unsicher tastete er an mir rum, drückte hier, drückte da. Ich ächzte und stöhnte bei jedem Griff. Langsam wurde er ungeduldig.

„Also…“, sagte ich. „Wenn ich diesen und diesen hier mache und dabei tief runter gehe, mich nach hinten verbiege, beide Beine in die Luft werfe und dabei mit den Armen wedele, verliere ich das Gleichgewicht. Können Sie mir helfen?“

Ich glaube, er konnte meine Beschwerden nicht deuten. Statt einer Diagnose bekam ich einen Rauswurf und die Empfehlung für einen Kollegen. Ich weiß zwar nicht, was meine Psyche mit meinem Gleichgewicht zu tun hat. Aber vielleicht kann er mir ja helfen. Und so ging ich – keineswegs lächelnd, eher mit der Mimik eines Wrestlers kurz vorm Gong.

Frau scheint ein medizinisches Wunder zu sein. Während Mann bereits per Blickdiagnose geheilt ist, begibt sich Frau auf eine Odyssee. Am Ende der Odyssee wartet oft dann eine Diagnose „hysterisch mit dringender Empfehlung einer psychotherapeutischen Behandlung“. Ich warte immer noch – seit drei Jahren. Aber: Hysterisch bin ich inzwischen wirklich.