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Reden wir über Beckenböden. Spätestens, wenn Frau zum ersten Mal Mutter wurde, wird das ein Thema. Dann besitzt der einst feste Muskel die Konsistenz eines Puddings. Ich stelle mir dann gern einen Schokopudding vor. Vanillepudding bringt zwar etwas Farbe in den Unterbauch, Schokolade schmeckt aber einfach besser.

Auch mein Beckenboden ähnelt eher einem Pudding als einem Muskel. Wenn andere niesen, läuft ihnen nur der Rotz – bei mir das eine oder andere Tröpfchen. Nun sind der mir Angetraute und ich Reisemobilisten: Minimalismus auf 12 qm. Im Laufe der Jahre änderte sich der Schwerpunkt unseres Reisegepäcks – weg von Convenience-Produkten wie dem zweiten Fleischklopfer und der sechsten Fliegenklatsche, hin zu mehr Hosen. Wir reden hier nur von meinen Hosen, denn spätestens nach der dritten Niesattacke wird ein Wechsel fällig.

Der mir Angetraute schlug mir vor, einfach einen Bauchladen aus Hosen zu eröffnen und damit Geld zu machen. Eine an sich gute Idee. Doch wer möchte schon benutzte Hosen tragen?

Nach dem dritten Hosenwechsel beschloss ich, mich in Selbstfürsorge zu üben. Das ist ja ohnehin das Thema schlechthin. Statt auf andere zu achten, achten wir nur noch auf uns. Passt der Blutdruck? Ist mein Seelenspiegel ausgeglichen? Habe ich mehr Balance als Work? Funktioniert mein Beckenboden? Wie wir nun alle wissen: Er funktioniert nicht.

Also ging ich zu einer Physiotherapeutin. Nette Person. Unglaublich ausgeglichen und eins mit ihrem Chakra. Ich hingegen war so angespannt wie mein Beckenboden.

Mit leiser Stimme sprach sie auf mich ein: „Atme tief ein – bis zu deinem Schambein, spüre die Schwingungen deines Körpers und lass dich fallen.“ Ich spürte nur die Luftblasen in meinem Darm. Die Bohnen vorher waren wohl doch keine gute Idee. Das konnte ich ihr allerdings nicht sagen. Also flüsterte ich ebenso leise in ihre Richtung, dass sich mein Beckenboden wie ein Flummy anfühle – elastisch, energiegeladen, funktional. Ich freue mich, wenn ich andere glücklich machen kann. Ihr Lächeln war mir Lohn genug für die Qualen, die ich ausstand.

„Und nun stellst du dir vor, dass sich ein Gummiband von deinem linken Beckenknochen zu deinem rechten Beckenknochen zieht. Es entsteht ein Fadenkreuz.“

What? Sind wir jetzt im Schützenstand?

„Also, sorry, ich kann mich echt nicht konzentrieren, wenn Geschützfeuer droht.“

Sie verstand nicht, ich auch nicht. Nach vierzig Minuten gab sie auf und bescheinigte mir eine ausgesprochene Widerstandsfähigkeit gegenüber Entspannung.

Damit starb nicht nur meine Hoffnung auf einen starken Beckenboden, auch die Idee mit dem Bauchladen legte ich endgültig ad acta. Vielleicht wird es eben eher ein Puddingstand – mit Schokolade.