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Neulich waren wir bei IKEA. Eines vorab: Der mir Angetraute und ich gehen ungefähr so gern shoppen wie andere zum Zahnarzt. Wer mit uns shoppen geht, befindet sich auf der Flucht. Wir kennen Abkürzungen, die nie einer ging. Jeder Griff sitzt. Es gibt keine Umwege, kein Smalltalk, keine Hindernisse. Was im Weg steht, wird mit der geballten Gewalt zweier Panikkäufer niedergewalzt.

Bei IKEA geht das nicht. Die schwedische Gelassenheit nimmt uns bereits mit dem gelbblauen Schild gefangen. IKEA bedeutet Ruhe, Hygge und Fika – auch für uns. Sobald wir die heiligen Hallen betreten, überrollt uns eine Woge innerer Gelassenheit und nimmt Besitz von uns. Dann schlendern wir – Hand in Hand, verliebt wie am ersten Tag – nur mit mehr Kohle in der Tasche. 

Irgendwann befinden auch wir uns auf dem Endspurt. Ausgehungert vom Einkaufsparcours nehmen wir Kurs auf die Hotdogs. Ich persönlich liebe die Hotdogs – vor allem Senap: den geheimnisvollen Senf. Während ich genieße, rüstet der mir Angetraute auf. Man kann sagen: Er isst keinen Hotdog. Er führt Krieg. Wenn wir gehen, rückt die Putzkolonne an. Ich bin mir ziemlich sicher, dass – sobald wir die heiligen Hallen betreten haben und durch die erste Überwachungskamera geschlendert sind – die Spezialputzkolonne für besonders schwere Fälle alarmiert wird. Dann wird gesaugt, gewischt, geschrubbt, bis das schwedische Weiß wieder glänzt. Bis dahin sind wir über alle Berge. Ich klinisch Weiß, der mir Angetraute im fröhlichen Mix aus Senf, Rotkraut, Gurken und Ketchup.